INR015 Turtle Rage - Contramutagen EP

 

Review at Ox-Fanzine

Berliner, die dieses Geballer, das durch einige langsamere Hardcoreparts erfrischend aufgelockert wird, vor Jahren auch locker auf Slap-A-Ham oder heute eben auf Spastic Fantastic hätten veröffentlichen können. Hat man zwar schon alles irgendwo mal gehört, aber es ist gut gemacht, und arg viele Bands aus diesem Teich kriegen das aktuell nicht so gut auf die Punkt. Turtle Rage legen mit dem giftgrünen Debüt ein ziemliches Brett hin.

 

Review at bierschinken.net

Turtle Rage spielen eine Mischung aus Fastcore und Powerviolence und bleiben dabei ganz klar im Hardcore der 80er Jahre verwurzelt. Kein einziger Song der 7", die natürlich grün ist, knackt die Eine-Minuten-Marke. So laufen die zehn Songs extrem schnell durch, aber wer will sich diese Musik schon länger als 10 Minuten anhören? So macht die Kombo aus Berlin eigentlich alles richtig und bringt extrem schnelles 80er-Geprügel direkt ins Wohnzimmer. Klar, es gibt mittlerweile wohl unzählige Bands, die sowas in der Art machen, aber Turtle Rage schaffen es mit ihren 10, alle Magenflüssigkeiten durchrührenden, Songs nicht zu langweilen. Das liegt zum einen an den mehreren Stimmen, die es auf der Platte zu hören gibt und zum anderen daran, dass hier der Spagat zwischen nicht zu gut produziert und nicht total scheiße klingen ziemlich gut geschafft wurde. Die Drums klingen ein bisschen dumpf, aber ansonsten gute Produktion, so wie es für das Genre sein muss. Eben nicht zu dilettantisch, aber auch nicht total durchgestylt. Außerdem tritt die Band mittlerweile nur noch zu zweit auf. Das würde ich mir wirklich sehr gerne mal reintun.
Fazit: Extrem geiler Wutanfall, für alle die mal eben in unter 10 Minuten ihr Zimmer umdekorieren wollen.

 

Review at awayfromlife.com

„Geiles Cover” war mein erster Gedanke als ich die 7″-Vinyl Turtle Rage von Contramutagen erstmalig in den Händen hatte. Klare Adaption von Minor Threats legendärer EP Filler (1981) beziehungsweise Rancids …And Out Come The Wolves (1995). Beide Varianten schenken sich an Bekanntheit wohl nichts, aber ob sich Turtle Rage auch hier einreihen kann?Ganz so weit geht es sich nicht, aber als ich Contramutagen dann auf den Plattenteller legte, war ich schon mehr als angetan. Musikalisch bieten die Hauptstädter feinsten Fastcore, der mit seinem Wechselgesang sehr an Spazz erinnert. Es geht also fast ausschließlich in Highspeed-Tempo zur Sache. Ab und an gibt es auch schleppende Parts, bevor es dann wieder richtig knallt. Natürlich geht keiner der zehn Songs länger als eine Minute. Dafür gibt es natürlich die Genre-typischen Medleys.

Fazit: Das Teil macht definitiv Spaß, wenn ihr auf Bands wie Charles Bronson, Infest oder oben bereits erwähnte Spazz steht!

 

Review at Underdog-Fanzine:

Schnell, scharf und schroff ertönen die Lieder wie ein rasanter Absturz in den Mülleimer, wie ein derb-wütendes HB-Männchen, wie Rumpelstilzchen, dem sein Name offen ausgesprochen wurde. Ein Tempo wie ein Tobsuchtsanfall, wenn Die Linke-PolitikerInnen im Reichstag gegen AfD-Feindbilder poltern. Ansatzweise gibt es auch eingängige groovende Riffs, die aber ankündigen, dass da etwas Gefährliches im Anmarsch ist. Kein Orkan, kein Tsunami, sondern ein Derwisch, der alles kurz und klein kloppt, die Abrissbirne zu Hause lässt, sondern lediglich mit bloßer Willenskraft Druck abbaut wie ein Ventil, dass alle paar Minuten geöffnet werden muss, weil sonst der musikalische Sprengsatz in der ganzen Scheiße explodiert. Eine Riesenauerei, ich weiß, und ich möchte die Drei auch mal für einen Moment lang in die Arme nehmen, beruhigend und mit sanfter Stimme auf sie einreden, bis sie ruhig und gleichmäßig atmend einschlafen. Und so ist "Tired bones" auch synonym für die Sehnsucht nach einem Ort, wo mensch Ruhe, keine Probleme und Harmonie vorfindet. Aber es bleibt nur bei Wunschdenken, denn nach Außen dringt weiter der Sound des hibbeligen Berserkers, der grunzt, ghoult und keift wie die Putzkolonne, die das Klosett im AJZ nach einem Konzertabend säubert.